Die Vorsitzenden des BSV Oberbayern, vertreten durch Franz Mitterer, Ulrich Barth und Florian Rieß, trafen sich mit dem Sachgebietsleiter Hansebert Bogenrieder zu einem Austausch zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Unterrichtsplanung, Personalgewinnung und Personalverwaltung.
Unterrichtsplanung
Ein Wunsch ist es, dass die Verteilung der Anrechnungs- und Budgetstunden übersichtlich in einer Liste kontinuierlich ergänzt wird, um so einen leichteren Überblick zu haben. Im Bereich der Budgetstunden ist angedacht, eine Kurz- und eine Langliste zu führen. Die Firma Fraas entwickelt eine Möglichkeit, damit es für das SG 40.2 leichter ist, für jedes Schulamt diese Listen zu führen. Bei den Anrechnungsstunden ist dies jedoch nicht so leicht, da diese von verschiedenen Sachgebieten der Regierung bzw. dem Kultusministerium verteilt werden. Eine Zusendung von den unterschiedlichen Sachgebieten der Regierung an das Funktionspostfach der Schulämter wird von Herrn Bogenrieder unterstützt. So kann jeder am Schulamt auf diese Daten zugreifen. Da einige der Budget- bzw. Anrechnungsstunden jährlich fortgeführt, jedoch nicht automatisch in SVS eingetragen werden, ist angedacht, die bisherige Übersichtsliste zu aktualisieren. In dieser sollen ggf. auch die Verteilungskriterien und die jährliche Fortführung beschrieben und erklärt werden. Die technische Umsetzung ist noch in Planung.
Die Vorsitzenden teilten Herrn Bogenrieder mit, dass viele Schulämter jedes Jahr von Neuem vom Schreiben zu den Eintragungen der „Nicht ganzjährigen Mobilen Reserven“ verwirrt werden. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass es hier zielführend ist, Klarheit zu schaffen. So ist ggf. angedacht, eine Tabelle zu erstellen, in der nach Eintragung des Mutterschutzbeginns automatisch die Eintragung für die ngjMR in der Unterrichtsversorgung von SVS berechnet wird.
Zu Problemen bei der Unterrichtsplanung für das Schuljahr 2024-2025 ist es häufig gekommen, wenn von Seiten der Regierung Personalveränderungen (z.B. Eintragung von Anrechnungsstunden) eingetragen wurden, ohne das entsprechende Schulamt zu informieren. Gerade in der heißen Phase kommt es dadurch zu Fehlern an den Schulen, deren Ursache aufgrund des fehlenden Informationsflusses mühsam gesucht werden müssen. Herr Bogenrieder versteht das Problem und wird die Sachgebiete informieren, dass bei Personalveränderungen das zuständige Schulamt informiert werden muss.
Personalgewinnung
Nachdem an den Schulämtern der Ablauf bei der Verteilung der Substitutionsstunden unterschiedlich gehandhabt wird, kommt es hier immer wieder zu Missverständnissen. Aus diesem Grund wird der Ablauf der Stundengewinnung im Bereich der Substitution vom SG 40.2 nochmals niedergeschrieben, um Klarheit in den Prozess zu bringen.
Ein wichtiges Thema des Gesprächs war auch die Fortführung und das weitere Prozedere bei den Pädagogischen Unterstützungskräften. Eine frühzeitige Information diesbezüglich wäre sehr schön. Besonders zu folgenden Fragen wurde um Rückmeldung gebeten: Wie läuft es ab mit der Entfristung? Welche Personen werden entfristet? Kann nach der Entfristung auf Grund von Bedarfsänderungen auch eine Verschiebung der Stunden auf andere Schulen im Schulamtsbezirk stattfinden? Die Empfehlung vom SG 40.2 war, PUK auch als Entlastung von Schulleitungen mit hoher Unterrichtsverpflichtung einzusetzen. Diese Situation kann sich jedoch ändern. Aus diesem Grund wäre es wünschenswert, PUK an unterschiedlichen Schulen einzusetzen, um so auf Veränderungen an den Schulen reagieren zu können.
Digitalisierung
Sowohl von Seiten des SG 40.2 als auch von den Vorsitzenden wird eine Fortführung der Digitalisierung gewünscht. Dies betrifft neben Teilzeitanträgen und Personaleinstellung auch viele Teile der Unterrichtsplanung und Unterrichtsstatistik. Solange jedoch die Firma Fraas keine Zukunftsprognosen aufgrund fehlender Zusagen zur Fortführung von SVS machen kann, wird dies noch länger ein Wunsch bleiben. Ebenso ist nicht bekannt, wie die Entwicklung von Mitarbeiterservice und Authega weiter gehen wird.
Klassenmehrung beim gebundenen Ganztag
Immer wieder kommt es zur Schließung von Ganztagsklassen, um eine Klassenmehrung zu vermeiden. Dies führt häufig zu kontroversen Diskussionen mit der Elternschaft. Gerade bei einem Ganztagsanspruch ab 2026 ist dieser Umstand bedauernswert. Herr Bogenrieder verwies hier jedoch auf Vorgaben vom StMUK.
Die Vorsitzenden des BSV Oberbayern bedankten sich bei Herrn Bogenrieder für das offene Gespräch und die Bereitschaft, Fragen zu beantworten und auf Wünsche einzugehen.
Die neue Vorstandschaft des BSV Oberbayern, vertreten durch Franz Mitterer, Florian Rieß, Ulrich Barth, Petra Fuchsbichler, Susanne Danzl, stellte sich bei der Bereichsleiterin Anne Radlinger vor und sprach in diesem Zusammenhang verschiedene Themen an.
Digitalisierung:
Dass der Bereich der Digitalisierung in Bayern noch großes Entwicklungspotential hat, wurde auch von Frau Radlinger bestätigt. Große Problematik wurde darin gesehen, dass bei einem Schulwechsel alle Daten in der Dienstmail der Lehrkraft automatisch gelöscht werden. Zudem wurden die noch vielen fehlenden Punkte im Beurteilungsportal angesprochen. Dort sollten alle Beurteilungen geführt werden, wodurch vor allem das Prozedere bei Versetzungen enorm erleichtert werden könnte. Wünschenswert wäre es auch, wenn der Ablauf der Fiktiven Laufbahnnachzeichnung im Portal vereinfacht werden wird.
Schwerpunkt der Diskussion über die Digitalisierung lag vor allem auf einer sinnvollen Zusammenführung der drei Schulverwaltungsprogramme SVS, ASV und ASD. Gerade im Bereich der Unterrichtsplanung (UP) und Meldung der Unterrichtssituation (US) könnte viel Arbeitszeit eingespart werden, wenn Prüfroutinen automatisch ablaufen. Auch eine bessere Verknüpfung zu VIVA und RELIS muss das Ziel sein.
Die Verlagerung der Migrationsmeldung auf die Schulleitungen entspannt zwar die Schulämter und Regierung, allerdings nicht die Schulen. Da die Schülerinnen und Schüler immer in ASV erfasst werden, könnte die Meldung auch einfach über einen "Jetzt senden"-Knopf in ASV ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand erledigt werden.
Die in SVS erfasste Fehltagemeldung muss direkt in AuDig importiert werden können, was in der Folge eine große Entlastung der Verwaltungsangestellten an den Schulämtern bedeutet.
Frau Radlinger unterstützt die Forderungen des BSV und versprach, die Intensivierung der Digitalisierung auch in den Sitzungen mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus anzusprechen. Viele der genannten Vorschläge entsprechen auch den Entbürokratisierungsgedanken der Staatsministerin.
Personalangelegenheiten:
Die Einführung von Pädagogischen Unterstützungskräften wird von allen als sehr gewinnbringend gesehen. Allerdings wird das äußerst geringe Budget kritisiert. So stehen einigen Schulämtern nur um die 70 Stunden zur Verfügung. Hintergrund ist, dass es sich hier nicht um die Bereitstellung von Mitteln handelt, sondern die Etablierung von Stellen, welche zukünftig auch unbefristet sein sollen. Es bleibt somit zu hoffen, dass weitere Stellen genehmigt werden.
Der Einstellungsprozess von externen Kräften wie Substitute, Drittkräfte, Pädagogische Unterstützungskräfte o.ä. ist sehr papierlastig und bedarf eines großen Verwaltungsaufwands. Eine Digitalisierung wäre auch hier wünschenswert. Frau Radlinger unterstützt diese Gedanken, meint jedoch, dass hierzu die Einführung einer digitalen Personalakte in Authega nötig ist.
Mitarbeitergespräche an den Schulämtern
Die Vertreter des BSV kritisieren, dass die Mitarbeitergespräche von weiteren Schulrätinnen und Schulräten durch die Fachliche Leitung durchgeführt werden sollen. Nach KWMBI Nr. 11/2014 soll in einem Mitarbeitergespräch unter anderem auch die weitere Verwendung und berufliche Perspektiven angesprochen werden. Diese Entscheidungen obliegen jedoch nicht der Fachlichen Leitung, sondern der Regierung. Frau Radlinger kann die erhobenen Einwände nachvollziehen und wird sich der Sache annehmen.
Die Bereichsleiterin nutzt ihrerseits das Treffen, um Fragen zu klären bzw. Rückmeldungen zu erhalten. Ihrer Einschätzung nach können die zugewiesenen Anrechnungsstunden für die Sprachstandserhebung den nötigen Aufwand nicht abdecken. Diese Ansicht wird von allen Vorstandsmitgliedern geteilt. Des Weiteren interessiert sie sich sehr für die Stimmung an den Schulen zum Schuljahresbeginn und gibt wertschätzende Rückmeldung zu den Ausführungen des BSV.
Die Vorstandschaft des BSV Oberbayern bedankt sich bei Frau Radlinger für das offene Gespräch und die große Wertschätzung gegenüber den Lehrkräften, Schulleitungen und Schulaufsichtsbeamten.