Im Rahmen einer Videokonferenz mit Herrn Amtschef Wunsch sowie einer Dialogveranstaltung im Kultusministerium wurden die Themen Krisen- und Katastrophenbewältigung im schulischen Kontext beleuchtet und ausführlich diskutiert. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags waren zahlreiche Verbände der Einladung von Frau Staatsministerin Anna Stolz gefolgt.
Der Landesvorsitzende Jürgen Heiß brachte dabei die Perspektive der Schulaufsicht an Grund-, Mittel- und Förderschulen ein. Nachdem die Schulämter und Bezirksregierungen während der Corona-Pandemie sowie fortlaufend bei Entscheidungen zu witterungsbedingten Unterrichtsausfällen eine entscheidende Rolle spielen, sei man zumindest in diesen Bereichen bereits krisenerprobt, so Heiß. Auch in personell und zeitlich mitunter sehr belastenden Szenarien habe man im regionalen Netzwerk wiederholt tragfähige Entscheidungen getroffen.
Als wesentlich erachtet der BSV in diesem Zusammenhang:
- Schulaufsichtsbeamtinnen und -beamte, Schulleitungen sowie Lehrkräfte müssen als systemrelevante Berufsgruppen eingestuft werden.
- Rollenklarheit ist zu definieren und Schnittstellen vor Ort sind verbindlich zu schaffen.
- Technische Hilfsmittel müssen in angemessenem Umfang zur Verfügung gestellt werden.
- Die Letztentscheidung über zu treffende Maßnahmen muss jeweils bei der Stelle mit der größten fachlichen Expertise angesiedelt sein. Dem Katastrophenschutz an den Landratsämtern und in den kreisfreien Städten kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Die derzeit bei den Staatlichen Schulämtern verortete Letztentscheidung bei witterungsbedingten Einschränkungen ist dem BSV seit Langem ein Dorn im Auge.
- Ein Handlungskonzept für Blackout-Szenarien muss dringend und zeitnah vorgelegt werden.
Der BSV geht davon aus, dass die Schulaufsicht an Grund-, Mittel- und Förderschulen grundsätzlich bereit ist, auch im hier genannten Zusammenhang ihren Beitrag zur Bewältigung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen zu leisten. Zugleich wird der Verband aber sehr deutlich die Grenzen des Machbaren und der Belastbarkeit benennen.